Da wir vom Sonnenuntergang am Abend vorher nicht viel hatten, ging es an diesem Morgen um 05:00 Uhr aus dem Bett, um auf der anderen Seite der Insel wenigstens den Sonnenaufgang zu begutachten. Auch hier sollten uns allerdings die Wolken einen kleinen Strich durch die Rechnung machen. Mit frischem Kaffee und Meeresrauschen war es aber ein angenehmer Start in einen Tag, dern noch wesentlich aufregender werden sollte.
Kurz nach sieben wurden wir dann mitsamt unserem Gepäck zur Rezeption gebracht, an der wir noch Lunchpakete erhielten. Dann nahmen wir Abschied von Manukan Island und düsten mit dem Boot wieder nach Kota Kinabalu, zum Jesselton Point. Dort angekomme, wdimeten wir uns dem reichhaltigen Frühstück und warteten auf unseren Guide vom Team L.O.S.T. Borneo.
Als wir schließlich eingesammelt wurden, standen also Rajis und Con, zwei super nette und mega lustige Typen, mit ihrem Geländewagen vor uns und statteten uns mit Hängematten, Schlafsäcken und Plane aus. Das gesamte Gepäck wurde auf und ins Auto geladen und dann fuhren wir zwei Stunden in den Dschungel, bestens unterhalten von unseren beiden neuen Freunden (überrascht von der Info, dass es in Deutschland schneit).
Rajis setzte uns vier und unsere Rucksäcke an einer Schotterpiste ab, welche links und rechts von purer Natur gesäumt war. Nach einem kurzen Plausch und Fotosession fuhr er wieder und überlies uns Con, welcher uns in den folgenden knapp 30 Stunden einige Survival-Tricks zeigen und uns etwas über den ältesten Regenwald der Welt erzählen sollte. Dafür bestens gewappnet erhielt jeder noch eine Machete und los ging es.
Kaum gestartet, zeigte uns Con zunächst, welche Blätter und Kräuter wir für eine Suppe nutzen konnten und wo bzw. wie wir Ingwer finden. Zudem suchte sich jeder einen Wanderstock für ein sicheres Vorankommen und wir lernten die ersten Techniken, wie man eine Machete richtig nutzt.
Selbige schärften wir danach mit ein paar großen Steinen, bevor wir dem Flusslauf folgten. Vorgabe von Con war hier, dass wir den Weg bestimmen sollten - entweder ging es bergauf im Dschungel und erhöht dem Gewässer gefolgt oder eben direkt und mitten durch den Fluss. Wir entschieden uns also für Option Zwei.
Selbst mit Trekkingschuhen und entsprechender Kleidung war es eine sehr rutschige (der sogenannte "jungle dance") und nasse Angelegenheit. Auch die Suche nach dem optimalen Weg gestaltete sich abenteuerlich, war aber definitiv sehr spannend und lustig. Selbst Kamera und Teile der Rucksäcke blieben nicht vom Wasser verschont, zudem sollten wir auch eine höchst giftige Wasserschlange neben uns in den Fluss fallen sehen.
Nachdem wir diesen Schock überstanden hatten und ein paar Survival-Tipps und -Tricks später - u.a. sezierten wir ein Bananenblatt, von dem man auch das faserige Stielinnere essen kann - kamen wir an unserem, direkt am Fluss liegenden, leicht erhöhten "Camp" an. Die Stelle war besonders geeignet, da es hier viele Bäume, Bambus und genügend Material für Schlafplätze und Lagerfeuer gab. Mit Lianen hangen wir zunächst Hängematten und Planen auf, suchten anschließend trockenes Holz für ein Feuer zum Essen kochen und Klamotten trocknen.
Frisch "geduscht" in unserem eigenen Pool, einer breiten Stelle des Flusses, ging es dann ans Feuer machen. Um die Angelegenheit nicht komplett unmöglich zu machen, nutzten wir ein Feuerzeug, was beim doch leicht nassen Holz auch nicht wirklich viel brachte. Nach etwas schnitzen und etlichen Sägespänen sollte es dann doch gelingen.
In aus Bamubs geschnitzten Töpfen kochten wir dann mitgebrachten Reis und Suppe mit unseren gesammelten Zutaten. Zudem gab es lilane und orangene Süßkartoffeln aus der Glut, welche fantastisch schmeckten. Abgerundet wurde das Dschungel-Menü durch Longan, Litschi und Rambutan.
Nach langen Unterhaltungen über Borneo, das Leben im Dschungel, Fußball und Deutschland gab es noch einen Gute-Nacht-Vodka und wir schlüpften in unsere Schlafsäcke in den Hängematten.
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