Um nach dem Dschungel-Abenteuer bloß keine Langeweile aufkommen zu lassen, ging es am nächsten Morgen um fünf Uhr raus, Sachen packen und zum Checkout. Erneut mit einem Lunchpaket bewaffnet, sahen wir unseren Freund Rajis an diesem Tag sehr früh wieder. Er hatte angeboten, uns zum Bus zu fahren, mit dem wir einen Teil von Borneo hinter uns bringen und auch den östlichen Teil erkunden wollten. Nach knapp 20 Minuten Fahrt zur Busstation half er uns noch beim Ticket holen (für knapp 10 Euro pro Person) und Bus finden, dann lies er uns wieder alleine.
Wir frühstückten noch kurz an der Station, besetzten die letzten Reihen im komfortablen Bus und los ging der sechs-Stunden-Trip Richtung Sandakan. Über holprige Straßen ging es zunächst vorbei am vernebelten Mount Kinabalu - das sollte allerdings auch der einzig interessante Teil der Strecke sein.
Ausreichend durch Musik und Filme unterhalten, war zumindest der Weg bis zum Zwischenstopp auf halber Strecke absolut erträglich. Hier, mitten in den Bergen, gab es eine Möglichkeit, etwas zu essen und einen Kaffee zu trinken.
Aber auch der konnte uns nicht davon abhalten, den Rest des "netten Ausflugs" mit schlafen zu verbringen. Das nächste Mal aufgeschreckt sind wir, als wir unser Ziel, Sepilok (nicht weit vor Sandakan), erreicht hatten. Man lies uns an einem Kreisel raus und da standen wir - bei gefühltem Wüstenwetter, mitten in der Pampa.
Wir sprangen direkt in das erste Taxi, was tatsächlich dort anhielt und dessen Fahrer absolut gewillt war, uns zu unserem Bed & Breakfast zu fahren. Leider war es das erste Mal im Urlaub, dass die Kommunikation etwas holprig verlief, ähnlich der Straße, die wir durch das Sepilok Natur- und Forschungs-Reservat. Nach knapp drei Kilometern Fahrt mit offenem und klapperndem Kofferraum, stiegen wir an einem Orang-Utan Institut aus, umgeben von diversen B&Bs.
Leider war Unseres nicht dabei und nach einiger Recherche marschierten wir bei sengender Hitze und mit sämtlichem Gepäck die halbe Strecke wieder zurück, um dann fix und fertig tatsächlich doch an richtiger Stelle anzukommen.
In einer großen Anlage mit diversen Hütten, bekamen wir ein gemütliches Zimmer im Stile einer Jugendherberge: Doppelstockbett, Schreibtisch, Deckenventilator, Bad. Besonders Letzteres war nach dem anstrengenden "Spaziergang" absolut notwendig. Nach der erfrischenden Dusche gingen wir zurück zur Rezeption, um uns dort ein Bier zu gönnen und ein paar Darts zu werfen. Kneipenstimmung im Dschungel.
Nachdem uns die Rezeptionistin freundlicherweise für einen Nightwalk anmeldete, spazierten wir den gekommenen Weg zum Orang-Utan Research Center wieder zurück, kamen allerdings lange vor der Zeit an. Also erkundeten wir etwas die Gegend und landeten schließlich in einer sehr schönen Bar an einem See, welche zu einem Resort gehört. Nach ein paar Snacks und frischgepressten Säften begaben wir uns schließlich total entspannt zu unserem Guide für den Nightwalk.
Nach ca. 20 Briten, verkleidet wie Indiana Jones, kamen wir uns in kurzen Hosen und Flip-Flops fast etwas naiv vor. Allerdings gab der hölzerne Pfad durch das Institut keinen Anlass zur Sorge. Ausgerüstet mit Taschenlampen folgten wir dem Guide und drehten eine ruhige Runde durch das dunkle Gelände. Außer ein paar Insekten, einer schlafenden Schlange und ein paar Flughörnchen in der Ferne gab es leider nicht viel Spannendes zu sehen. Im Anschluss machten wir uns wieder auf dne Rückweg zu unserer Lodge, kehrten kurz an der Rezeption ein und begaben uns ins Bett.
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