Halbzeit auf Borneo: nach frühem Aufstehen, Koffer packen und einfachem, aber gutem Frühstück an der Rezeption des Sepilok B&B marschierten wir mal wieder vor zum Orang-Utan Research Center.
Dort ging es zunächst zur Nursery, der ersten Station für die Waisenkinder auf ihrem Weg zur Wiederauswilderung. Während man die ganz Jungen (bis zwei Jahre) dort zum Schutz nicht zu Gesicht bekommt, beobachtet man allerdings die Zwei- bis Fünfjährigen in einem gesperrten und durch Glas abgetrennten Außenbereich beim rumspielen, klettern und lernen.
Von dort aus ging es auf den Holzpfaden, welche wir bereits vom Nightwalk kannten, weiter zu den etwas älteren Orang-Utans. In der Mitte des knapp 43 Hektar großen Geländes gibt es hier zweimal am Tag eine öffentliche Fütterung. Da an diesem Tag allerdings nur drei Tiere auftauchten, war das weitaus aufregendere Spektakel jenseits der Holzplattform, auf der ein Pfleger mit Obst und Gemüse lockte, die Menschenmasse, welche sich an den Aussichtspunkten des Weges drängten und Fotos schossen.
Da wir noch etwas Zeit hatten, bevor unsere Reise weiter ging, setzten wir uns auf Saft und Kaffee ins Lake Bistro vom Vorabend. Anschließend ging es per Taxi erneut zum Bed & Breakfast, Koffer einsammeln, auschecken und wieder zurück zum Research Center. Dort wurden wir dann zum nächsten großen Abenteuer abgeholt: drei Tage Kinabatangan River.
Nachdem wir weitere Leute (alles Backpacker, wie sich noch herausstellen sollte) eingesammelt, fuhren wir, mit einem Zwischenstopp zum snacken und trinken - es gab Pattaya und frischgepressten Orangensaft - zwei Stunden Richtung Fluss, der zunächst wenig einladend wirkte.
Kaum angekommen wurden wir per Boot übergesetzt auf die andere Seite, wo sich unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte befinden sollte. In einer Art Camp, bestehend aus mehrere Hütten, Häusern und einem offenen Essenssaal, setzten wir uns zunächst bei einem Begrüßungsdrink an die Rezeption und lernten in ersten Gesprächen die anderen Leute aus unserem Bus kennen (zwei schwedische Backpackerinnen;Vanessa, eine Urlauberin aus der französisch-sprachigen Schweiz, und Fabio, ein brasilianischer Aussteiger, mit denen wir noch Einiges an Zeit verbringen sollten). Nebenbei wurden wir unseren Unterkünften zugeteilt und über die nächsten Tage ausführlichst gebrieft - zeitweise konnte, mit einem Augenzwinkern, der Eindruck eines Bootcamps entstehen.
Mit dem Ersten der perfekt und strikt durchgeplanten Events sollten wir nach Zimmerbezug auch direkt starten. Es gab eine kurze Tea-Time mit Gebäck, bevor es auf eine zweistündige Bootstour ging. Am Flussufer konnten wir einige Affen (u.a. Probiscis monkey und Langschwanzmakak) und Vögel (z.B. den für Borneo typischen Hornbill) sehen.
Wir fuhren einen kleinen Teil des riesigen Flusses und einen Nebenarm ab - anschließend ging es zurück zum Camp. Bei einem Bier tauschten wir uns noch etwas mit Vanessa und Fabio aus, bevor es Abendessen gab. Abgerundet wurde das Tagesangebot von einem Nightwalk, welchen wir zu viert bei Max, unserem Bootsmann, wahrnahmen. Ausgerüstet mit Taschenlampen und einer zweiten Gruppe folgend gestaltete sich diese Nachtwanderung ähnlich "spektakulär" wie der in Sepilok: bis auf ein paar Vögel und Insekten sahen wir lediglich kleine Skorpione und einen schlafenden Maki.
Mit abschließendem Gute-Nacht-Bier ging es zeitig ins Bett, weil der nächste Tag auch früh starten sollten.
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